Private-Mobil-Radio - PMR446-Funkgeräte können seit November 1999 in Deutschland anmelde- und gebührenfrei von Jedermann benutzt werden.
Mit der Herausgabe der Verfügung 142/1999 durch die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation wurde der Frequenzbereich von 446.000 MHz bis 446.100 MHz am 3. November 1999 für die anmelde- und gebührenfreie Kommunikation freigegeben.
Somit ist es jedem erlaubt, ein PMR446 Gerät, welches der Zulassungsnorm ETS 300296 entspricht, zu benutzen.

Zulassung in Europa
Die Länder Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, sowie der Schweiz, Tschechien, Türkei, Ungarn, Italien (Freigabe geplant), Belgien (anmelde-und gebührenpflichtig) haben eine Freigabe erteilt.
Alle Landesangaben ohne Gewähr!
Geräte in Deutschland müssen mit einem deutschen Zulassungszeichen gekennzeichnet werden.
Ausnahmen gibt es für Geräte die von ausländischen Besuchern betrieben werden.
Eine CE-Kennzeichnung alleine genügt nicht! Stand 11.99.
Hier wird sich vermutlich in naher Zukunft eine Harmoniesierung ankündigen und die landesspezifische Kennzeichnung wird entfallen.

Private Mobil Radio (PMR446)
PMR446 ist ein tragbares Kurzstrecken-Sprachübertragungssystem, das es kommerziellen und privaten Benutzer ermöglicht, ein preiswertes, leistungsfähiges, anmelde- und gebührenfreies Kommunikationssystem einzusetzen.
Der PMR446 Funkdienst ist eine gelungene Alternative zu den kommerziellen Betriebsfunkanlagen, FreeNet, und LPD-Funk.
Bei dieser Alternative gilt es zu überlegen, ob dieser neuer Funkdienst auch so manche CB-Funkanwendung ablösen kann.
Aufgrund der anmelde- und gebührenfreien Anwendbarkeit hat sich das PMR446 sehr schnell verbreitet, besonders bei der Kommunikation über kurze bis mittlere Entfernungen, z.B. innerhalb von Bürobereichen, Fabriken, in der Landwirtschaft und bei Montagearbeiten.

Besonders Interessant ist das PMR446 für Funkanwender, die eine Alternative zum CB-Funk und Amateurfunk (Klasse 3) suchen.
Auch dann, wenn nur Sprachübertragung in FM zugelassen ist.

PMR446 arbeitet auf acht Simplexfrequenzen im Bereich von 446,00625 Mhz bis 446,09375 Mhz im 12,5 kHz Raster und 500mW ERP mit Frequenzmodulation (F3E).

  • · Kanal 1 - 446.00625 Mhz
  • · Kanal 2 - 446.01875 Mhz
  • · Kanal 3 - 446.03125 Mhz
  • · Kanal 4 - 446.04375 Mhz
  • · Kanal 5 - 446.05625 Mhz
  • · Kanal 6 - 446.06875 Mhz
  • · Kanal 7 - 446.08125 Mhz
  • · Kanal 8 - 446.09375 Mhz
  • Die Frequenzen sind bereits europaweit harmonisiert, aber noch nicht für alle Länder in Europa freigegeben.
    Auch ist es vertretbar, dass PMR446 keinen Primärfunkdienststatus hat, so dass Störungen durch andere Funkdienste geduldet werden müssen.
    Allerdings ist die Frequenzauslastung im Bereich von 446 MHz noch relativ gering, so daß Störungen eher selten vorkommen.
  • Die technische Spezifikation der PMR446 Geräte sind in der Norm ETS 300 296 beschrieben.
    Der zu entnehmen ist, daß nur Handgeräte zugelassen sind.
    Antennen müssen integraler Bestandteil sein, d.h. nicht abnehmbar.
    Es ist eine maximale Strahlungsleistung von 500mW ERP erlaubt, und es sollten analoge (CTCSS) oder digitale (DCS) Codierungsmöglichkeiten vorhanden sein.
    Diese Spezifikation erinnert stark an den FreeNet Bereich, der gegen 2005 ausläuft und nur innerhalb Deutschland zugelassen ist.

    CTCSS / DCS
    Die CTCSS-Töne sollten in Übereinstimmung mit dem Code MPT1306 und die DCS-Codierungen mit der Spezifikation MPT 1381 stehen.
    So sind 83 digitale und 38 analoge Codierungen möglich.

    Gebrauch von Zusatzgeräten
    Auch wurde die Empfehlung ausgesprochen, daß Zusatzgeräte in Kombination mit PMR446 benutzt werden können, z.B. externe Mikrofone, (einschließlich VOX- Schaltungen) Kopfhörer, externe Lautsprecher Mikrophone, DC Spannungsbuchsen.
    Ladung der Batterien im eingebauten Zustand, usw. Allerdings muß vom Hersteller sichergestellt sein, daß die HF-Technischen Eigenschaften nicht beeinflußt werden.

    Welche Reichweite mit 500mW ERP?
    Mit 500mW abgestrahle Sendeleistung sind Funkverbindungen von 6 Km und mehr möglich.
    Es ist mit den Reichweiten von Funkanwendungen im 2m FreeNet Band vergleichbar.
    An exponierten Standorten können so auch Verbindungen von 20 Km und mehr möglich sein.

    Sind externen Antennen erlaubt?
    Die Zulassungsnorm ETS 300 296 schreibt vor, dass die Antenne ein integraler Bestandteil des Funkgerätes sein muß, d.h. die Antenne darf nicht abnehmbar sein.
    Dadurch dürfen keine externen Antennen benutzt werden, obwohl der Anschluß solcher externer Antennentechnik technisch durchführbar ist.
    Die meisten gut ausgestatteten PMR446-Geräte haben eine "mechanisch feste" Antennenverbindung, die zu Servicezwecken mit einem Spezialwerkzeug geöffnet werden kann.
    Hier könnten dann über Spezialadapter Meßgeräte, als auch externe Antennen angeschlossen werden.

    Gibt es Amateurfunkgeräte die im PMR446 Bereich arbeiten?
    Im PMR446 Bereich dürfen Funkamateure nicht senden.
    Es sei denn, es wird ein zugelassenes PMR446 Gerät benutzt.
    Auch gibt es technische Probleme bei der Anwendung von Amateurfunkgeräten im PMR446 Frequenzbereich.
    Durch die "ungewöhnliche" Frequenzdefinition können Amateurfunkgeräte mit 5 khz AFU-Frequenzraster das Frequenzraster vom PMR4446 Funkdienst nur mit ± 1.25 kHz Abweichung generieren.
    Es ist also keine qualitative Verständigung möglich, da der Frequenzhub bei PMR446 Geräten auf 2,5 Khz begrenzt ist.

    Das "ungewöhnliche" Frequenzraster führt zu nachstehenden Abweichungen:

     

    Kanal

    PMR-Frequenz

    AFU-Frequenz

    Differenz

    Kanal 1

    446.00625 Mhz

    446,0050 Mhz

    Abweichung 1,25 khz

    Kanal 2

    446,01875 Mhz

    446,0200 Mhz

    Abweichung -1,25 khz

    Kanal 3

    446,03125 Mhz

    446,0300 Mhz

    Abweichung 1,25 khz

    Kanal 4

    446,04375 Mhz

    446,0450 Mhz

    Abweichung -1,25 khz

    Kanal 5

    446,05625 Mhz

    446,0550 Mhz

    Abweichung 1,25 khz

    Kanal 6

    446,06875 Mhz

    446,0700 Mhz

    Abweichung -1,25 khz

    Kanal 7

    446,08125 Mhz

    446,0800 Mhz

    Abweichung 1,25 khz

    Kanal 8

    446,09375 Mhz

    446,0950 Mhz

    Abweichung -1,25 khz

    Auch sollte beachtet werden, dass Amateurfunkgeräte mit mehr als 2.5 Khz Hub arbeiten und im Vergleich zu PMR446 Geräten sehr auffällig sind, wenn vom Meßdienst der RegTp die Signalbandbreite gemesen wird.
    Es ist nicht immer die Sendeleistung an die ein Schwarzfunker erkannt wird!
    Die ungewöhnliche Frequenzdefinition des PMR446 Bereiches ist somit ein genialer Zug der Industrie und Zulassungsbehörde, um den PMR446 Markt klar abzutrennen.
    Es wurde ein äußerst wirksames Mittel gefunden, die illegale Anwendung von Amateurgeräten zu verhindern.
    Hier gibt es ja genug Erfahrung aus den im FreeNet bei 149 MHz, wo wahrscheinlich mehr 2m Amateurgeräte als FreeNetgeräte im Einsatz sind.
    Auch hier noch einmal der Hinweis, dass die Schwarzfunker nicht an der Sendeleistung erkannt werden, sondern am Frequenzhub.